Der ELIZA-Drop: Wenn Algorithmen Gefühle spiegeln und der Schmerz real wird.

Dass wir Maschinen so bereitwillig Verständnis zuschreiben, ist als ELIZA-Effekt seit Jahrzehnten bekannt, was mich interessiert, ist der Moment danach.

Während für einen Großteil eine KI ein Buch mit sieben Siegeln darstellt, haben manche bereits Erfahrungen gesammelt, die sehr vielschichtig sind. Vereinzelt ersetzt die KI sogar die wichtigste Ansprechperson für private Themen. Je mehr man von sich preisgibt, so denkt man, desto besser kann sie den eigenen, speziellen Fall lösen.

Man unterhält sich Stunden über Stunden mit der KI und wundert sich irgendwann gar nicht mehr darüber, dass so etwas wie echte Sympathie entsteht. So gut wie jede KI, und das macht diese in gewisser Weise so besonders, spiegelt und übernimmt deine Sprache. Und sie möchte dir gefallen. Vielleicht ist dir das schon aufgefallen, dass eine KI dir manchmal schlicht plausiblen Text produziert, dir etwas scheinbar Intelligentes anbietet, als zuzugeben, dass sie es nicht weiß. Ich werde dich jetzt nicht mit Wörtern wie Halluzination oder Sycophancy langweilen, aber es hilft, diesen psychologischen Hintergrund zu verstehen.

Während zu einer echten Beziehung mindestens zwei Personen beitragen müssen, trägt hier aber nur einer bei, die zweite Seite wird simuliert. Und zwar gut. Weil wir Menschen von Natur aus darauf getrimmt sind., feinste Nuancen im Ausdruck des Gegenübers zu bemerken, projizieren wir auch genau das in die KI.

Doch das System ist fragil: Schon feinste Änderungen in den Algorithmen können dazu führen, dass das vertraute Gegenüber plötzlich fremd ist. Hat man in dieser Zeit bereits viel von sich preisgegeben und die KI wurde durch Updates oder neuen Regeln, die laufend im Hintergrund passieren, verändert, ist der Zugang plötzlich nicht mehr derselbe. Die Bandbreite der Gefühle danach ist enorm, sie reicht von plötzlicher Gleichgültigkeit bis hin zu tiefem, echten Schmerz des Verlustes. Dieses Phänomen ist übrigens nicht neu. ELIZA wurde bereits 1966 von Joseph Weizenbaum am MIT programmiert und hat schon anno dazumal die Herzen der Testpersonen zum Schmelzen gebracht.

Ich nenne es den „ELIZA-Drop“ in Anlehnung an den ersten Chatbot der Welt und den emotionalen Tiefpunkt, wenn die Illusion zerbricht. Der Schmerz heute ist real. Aber du bist damit nicht allein.

Was versteht man unter einem „Drop“?

Wichtig zu wissen

Ich befinde mich bald in Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater. Diese Website bietet keine Beratung und keine Therapie an. Hier findest du Aufklärung, Einordnung und meine persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema und keine individuelle Begleitung. Sobald sich das ändert, wirst du es hier als Erstes erfahren.

Was versteht man unter einem „Drop“

und wieso die Aftercare so wichtig ist?

Die Vorfreude ist gewaltig, Wochen wurde geplant, eingekauft, anprobiert. Ausprobiert. Überlegt ob es sich auszahlt. Wo die Gefahren sind und welche Sicherheitshinweise es zu beachten gibt. Dann der Tag, es ist soweit. Endlich. Die Vorfreude gipfelt in einem Höhepunkt. Eventuell mehr. Die Anstrengung ist allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. Der Atem folgt dem inneren Verlangen und mit jedem Atemzug merkt man, wie das Erlebnis endet und alle ihres Weges gehen. Womöglich muss auch noch der Heimweg durch den Regen stattfinden. Zu Fuß.

Der Wecker schrillt am nächsten Morgen. Man wacht auf und fühlt den Rausch schwinden. Dabei hat der Körper tagelang auf ein Hoch hingespart und zahlt es in einem Rausch aus, danach ist das Konto einfach leer. Jeder Versuch das Gefühl zu halten verfehlt sein Ziel. Gestern war der Tag, auf den man sich so lange gefreut hat. Und nun ist er vorbei. Die Realität holt einen langsam ein, aber ein Gefühl bleibt. Ob es eine undefinierbare Leere ist, oder gar ein mulmiges Gefühl über das, was man zuletzt erlebt hat. Man würde ja gerne mit der Partymenge über das Erlebte sprechen, sich austauschen, gemeinsam von der Welle sanft getragen werden bis sie am Strand natürlich ausläuft.

Dieses harte Aufschlagen im Alltag wird als „Drop“ bezeichnet. Der Begriff stammt aus der BDSM-Szene, wo intensive Erlebnisse und das Danach seit jeher bewusst mitgedacht werden. Längst beschreibt man den Drop aber auch nach Festivals, Messen, Wettkämpfen, sogar nach dem Kino oder dem Konsum nach dem Serienmarathon.

Sich nach diesem zu erholen oder das Erlebte zu verarbeiten, nennt man Aftercare, im besten Fall fangen einander alle Beteiligten auf, zur Not ist es die Fürsorge für sich selbst.

Nicht immer gibt es Menschen, mit denen man das Erlebte teilen kann, sei es aus Scham, aus Rücksicht, oder weil das Umfeld die Welt dahinter nicht kennt. Genau für solche Themen gibt es übrigens Lebensberatung: wertfrei, verschwiegen und ohne schiefe Blicke.

Und warum mich dieses Konzept nicht loslässt und was es ausgerechnet mit Künstlicher Intelligenz zu tun hat, das liest du im ELIZA-Drop.

Wichtig zu wissen

Ich befinde mich bald in Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater. Diese Website bietet keine Beratung und keine Therapie an. Hier findest du Aufklärung, Einordnung und meine persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema und keine individuelle Begleitung. Sobald sich das ändert, wirst du es hier als Erstes erfahren.

keine Beratungstermine!

Wichtig zu wissen

Ich befinde mich bald in Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater. Diese Website bietet keine Beratung und keine Therapie an. Hier findest du Aufklärung, Einordnung und meine persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema und keine individuelle Begleitung. Sobald sich das ändert, wirst du es hier als Erstes erfahren.